· 

#sunwards - Elternzeitreise um die Welt | Woche 9

Die vorletzte Woche starten wir mit einem Tagesausflug an die Nordküste O‘ahus. Sie ist weithin bekannt als das Surfer-Mekka überhaupt. Die Chancen stehen nicht schlecht, Wellenreiter-Legenden wie Kelly Slater oder Songwriter Jack Johnson über den Weg zu laufen, da beide hier in und um das Örtchen Haleiwa ihr Domizil haben bzw. aufgewachsen sind.

Außerdem ist der Ort bekannt für sein „Shaved Ice“. Diese hawaiianische Spezialität besteht aus geschabtem Eis und hausgemachtem Sirup, den man zum Beispiel bei Matsumotos in 37 Geschmacksrichtungen bekommt. An sich also nur Wasser und Zucker mit Aromen, aber eben ein Gaumenschmauß hawaiianischer Art und ein Farbenspiel für die Augen

Ein ganz anderes Farbenspiel zaubert uns am Abend der Sonnenuntergang an den Himmel vom Sunset Beach. Zusammen mit den wagemutigen Surfern im Wasser kommt man sich fast vor, wie vor einer riesengroßen Freilichtbühne:

 

Am nächsten Tag lassen wir es etwas ruhiger angehen und fahren zum Planschen und Schnorcheln an den Kailua Beach. Beim Buddeln im Sand stoße ich auf etwas Festes. Wir können es kaum glauben, als ich plötzlich eine rosafarbene Kinderschaufel in der Hand halte – was für ein cooler „Zufall“ ist das denn?! Die Kleine freut sich über den gehobenen Schatz auf jeden Fall sehr.

 

 

Kia Ora, Talofa, Bula Vinaka, Aloha, Iaorana, Malo e Lelei

Unseren letzten vollständigen Tag auf Hawaii verbringen wir einer Empfehlung unseres Gastgebers folgend im Polynesian Culture Center (PCC). Anfangs waren wir uns unsicher, ob sich das horrende Eintrittsgeld ($100 pro Person) wirklich lohnt oder ob wir hier nur in eine Touri-Falle tappen. Doch im Park angekommen wird uns schnell klar, dass wir hier eine einzigartige Möglichkeit beim Schopf gegriffen haben. Das PCC ist ein lebendiges Museum, das 1963 von den Mormonen gegründet wurde, um Besuchern die unterschiedlichen Lebensweisen der polynesischen Völker von Fidschi, Neuseeland, Tonga, Samoa, Tahiti und Hawaii zu zeigen. Ein Großteil der Beschäftigten sind Studierende der BYU-Hawaii, die teilweise über Stipendien-Programme (wiederum durch Eintrittsgelder finanziert) direkt von den besagten Inseln kommen und den Besuchern damit ein sehr realitätsnahes Kulturerlebnis ermöglichen. Die Inseln sind durch sechs repräsentative Dörfer dargestellt, in denen wir die Möglichkeit haben bei Shows traditionelle Riten kennenzulernen. Am Nachmittag nehmen wir bei einem traditionellen Luau-Mahl teil, bei dem es neben Tanzdarbietungen viel zu viel leckeres Essen gibt. Mit kugelrunden Bäuchen beenden wir den Tag mit dem Besuch des Musicals „Ha – Breath of Life“. Gesänge und Tänze aus ganz Polynesien gespickt mit einer unglaublichen Feuershow lassen uns aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Selbst die Kleine blickt wie gebannt auf die Bühne und verfällt immer wieder in kleinere Applaus-Schwalle. Gleichzeitig formt sich an diesem Abend mein Wunsch, einmal alle polynesischen Inseln zu besuchen. Mit Hawaii und Neuseeland haben wir ohne vorher die polynesischen Hintergründe gekannt zu haben, unbewusst bereits zwei der sechs Inseln kennenlernen dürfen. Elternzeit in Polynesien sozusagen.

 

The Olympics are calling

Donnerstag, der Abschied naht. Wir spazieren am Vormittag durch den botanischen Garten im Koko-Krater und fahren anschließend zum Schnorcheln nochmal an den Strand. Gegen 21 Uhr lassen wir Hawaii hinter uns und steuern auf direktem Wege aufs amerikanische Festland zu.

Bereits 50 Minuten (!) früher als geplant landen wir auf dem Flughafen Seattle-Tacoma. An keinem anderen Ort außerhalb Europas war ich die letzten 7 Jahre so oft wie hier (3x). Aber das hat einen guten Grund. Meine Großtante lebt hier am Fuße der Olympics ca. 100 Kilometer westlich von Seattle. Sie ist mit Mitte 20 in die Staaten ausgewandert, hat beim Fechten ihren Mann kennengelernt und ist die wohl fitteste und herzlichste Ü-80jährige, die ich kenne. Seit 30 Jahren lebt sie in Sequim, einem mittelgroßen Ort am Dungeness River unweit der Juan-de-Fuca-Street, ein Pazifikarm, der sich über den Puget-Sound bis nach Seattle erstreckt und gleichzeitig die Grenze mit Kanada bildet. Ich liebe diese Gegend und lasse an dieser Stelle lieber ein paar Bilder sprechen, als zu versuchen, die Schönheit der Region in Worte zu fassen.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

instagram.com/photonovels